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Turkmenistan

TurkmenistanStand: Juni 2020

Dank seiner Rohstoffe – vor allem Erdgas und Öl – gehört der zentralasiatische Wüstenstaat zu den am schnellsten wachsenden Ländern der ehemaligen Sowjetunion und weist inzwischen ein vergleichsweise hohes Pro-Kopf-Einkommen aus. Offizielle Wirtschaftsdaten aus dem Land sind allerdings mit erheblichen Unsicherheiten belegt.

 

Wirtschaftliche Entwicklung

Laut der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ist die Wirtschaft Turkmenistans 2019 um 6,3 Prozent gewachsen. Doch Devisen sind rar, und der Turkmenische Manat (TMM) steht gegenüber ausländischen Währungen wie dem US-Dollar oder Euro stark unter Druck. Die Zentralbank hält den Wechselkurs seit Januar 2015 künstlich auf einem festen Niveau von 3,50 TMM pro US-Dollar. Mithilfe staatlicher Fördermaßnahmen erreichte die Industrieproduktion außerhalb der Gas- und Kohlenwasserstoffproduktion 2019 ein Wachstum von 5,5 Prozent. Auch Turkmenistan bekommts die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu spüren. Anstelle des erwarteten BIP Wachstums von sechs Prozent gehen die aktuellen Prognosen für 2020 von einem Wachstum von lediglich einem Prozent aus. Nichtdestotrotz scheint Turkmenistan die Krise gut bewältigen zu können und ist zusammen mit Usbekistan das einzige Land in Zentralasien, für das 2020 noch Wachstum prognostiziert wird. Im Jahr 2021 wird sogar wieder mit einem Wachstum von sechs Prozent gerechnet.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Die deutschen Ausfuhren nach Turkmenistan beliefen sich 2019 auf 160 Millionen Euro und verzeichneten damit eine Zunahme von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aus Deutschland werden in erster Linie Maschinen, Kraftfahrzeuge und Kfz-Teile sowie chemische Erzeugnisse nach Turkmenistan geliefert. Gleichzeitig sanken die deutschen Importe aus Turkmenistan fast um 60 Prozent. Deutschland importiert vor allem Erdgas, Erdöl, Textilien und Bekleidung sowie andere Rohstoffe aus dem zentralasiatischen Land. Im ersten Quartal 2020 hat der deutsche Handel mit Turkmenistan stark zugenommen. Beim deutschen Export nach Turkmenistan verzeichnet man ein Wachstum von 200 Prozent, was an einer Großlieferung von Agrartechnik liegt. Die Schwankungen beim deutschen Außenhandel mit Turkmenistan sind enorm und hängen zum einen mit schwankenden Rohstoffpreisen, zum anderen mit einzelnen Liefervereinbarungen zusammen.

Aktivitäten des OAOEV

Vom 10. bis 13. April 2018 stand Turkmenistan im Fokus eines Arbeitsbesuch des OAOEV-Geschäftsführers Michael Harms. Ende des Monats folgte dann die Sitzung der Deutsch-Turkmenischen Regierungsarbeitsgruppe in Berlin. In Aschghabad traf OAOEV-Geschäftsführer Harms unter anderem mit Vizepremierminister und Außenminister Rashid Meredov zusammen.

Der OAOEV veranstaltete Mitte Februar 2019 ein Deutsch-Turkmenisches Businessforum gemeinsam mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien, der Handels- und Industriekammer Turkmenistans und der Botschaft Turkmenistans, um den Kontakt zwischen deutschen und turkmenischen Unternehmen zu fördern.

Quellen: ADB, EBRD, gtai, IWF, Statistisches Bundesamt, UNCTAD

Statistik 2019*

Hauptstadt: Aschgabat
Bevölkerung: 5,8 Mio.
Fläche: 488.100 km²
Präsident und Vorsitzender des Ministerrates:
Gurbanguly Berdymuhammedow

Nominales BIP: 43,1 Mrd. Euro
BIP pro Kopf:  7.220 Euro
BIP-Wachstum: 6,3 %
BIP-Wachstum, 2020 (P): 1,0%

Bilateraler Handel:
Deutsche Importe: 0,9 Mio. Euro
Deutsche Exporte: 160 Mio. Euro

In der Rangliste der Außenhandelspartner
Deutschlands 2019:
Deutsche Ausfuhr: Platz 107
Deutsche Einfuhr: Platz 186

Quellen: EBRD, GTAI
*Teilweise Schätzungen und Prognosen

Ansprechpartner

Eduard Kinsbruner
Regionaldirektor Zentralasien
Tel.: 030 206167-114
E.Kinsbruner@bdi.eu
 

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